08 Apr 15 Sekunden Ruhm. Leidenschaft. Spaß.

Wer sich davon überzeugen will, zu wieviel Kreativität Jugendliche in der Lage sind, wenn sie nicht von ihren Eltern beobachtet werden, der sollte sich mal die neue Plattform musical.ly ansehen. Einsehbar ist der per App auf iOS seit März 2015 und auf Android seit Juli desselben Jahres.

Als Mischung aus Vine, Snapchat und dubsmash liefern die sogenannten „muser“ dort 15 Sekunden lange „musicals“ ab, die zum großen Teil aus lippensynchronen Dubs zu Popsongs, häufig in Kombination mit Tanz- oder Komikeinlagen bestehen.

Und die verdammt witzig und beeindruckend sind.

Wer mal versucht, so ein Video zu drehen, wird schnell bemerken, wieviel Arbeit und Hingabe in diesen wenigen Sekunden stecken kann. Es braucht Virtuosität an allen Enden. Im Umgang mit der Technik genauso wie in der schauspielerischen Leistung, beim Timing oder für die Choreographie. Alleine oder im Team. Und manchmal sogar ganz unplugged.

Mag sein, dass dies das nächste große Ding nach Snapchat wird, wie Gary Vaynerchuk behauptet. Die Nutzerzahlen befinden sich wohl schon im zweistelligen Millionen-Bereich, bisher wohl hauptsächlich Teenies allein zu Haus. Schon allein wegen der viel besseren Benutzeroberfläche wäre der App ein glatter Durchmarsch zu wünschen.

Was man hier aber wirklich lernen kann, hat der Musikproduzent Mark Mulligan in seinem Blog beschrieben:

„ … what really woke me up to the power of Musical.ly was seeing my daughter use it. Within seconds she was creating her first video, finding friends and racking up the likes. In a very similar way to Instagram Musical.ly is a perfect fit for the tweens and early teens. It appeals to the pea cocking psychology of kids as they explore and define their identities, and as they learn about friendships and social circles.“

Apps wie diese zeigen, wieviel Potenzial digitale Medien bei Kindern freisetzen können, wieviel Leidenschaft und wenn schon nicht Kunst so doch zumindest Kunsthandwerk. Morgen jedenfalls werde ich mit meinen Kindern (4,7 und 9) ein Familienvideo. Und selbst wenn es nicht perfekt wird, wird es auf jeden Fall Spaß machen.

Wir brauchen mehr davon. Wirklich.

(Mit Informationen von Online Marketing Rockstars.)

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